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Schon im Mittelalter beobachtete man Schweifsterne (Kometen),
die unter den Menschen dieser Zeit häufig zu Furcht und Schrecken
führten. Das plötzliche und unerwartete Auftauchen am
Himmel deuteten die Menschen oft als Strafe Gottes oder als ein
Anzeichen für das Ende der Welt.
Mit Beginn der modernen Astrophysik verloren diese seltsamen Erscheinungen
ihren Zauber des Mystischen. Mittlerweile ist bekannt, dass es
sich bei Kometen um kleineGebilde aus Eis und Staub von einigen
10 km Durchmesser handelt, deren Heimat die sogenannte Oortsche
Wolke - benannt nach dem holländischen Astronomen Jan Hendrick
Oort (1900-92) - außerhalb unseres Sonnensystems ist.
Aus dieser Wolke von vermutlich Milliarden an Kometenkörpern,
die sich extrem langsam um die Sonne bewegt, werden ab und zu
aufgrund geringfügiger gravitativer Bahnstörungen einzelne Kometen
auf eine Bahn Richtung Sonne abgelenkt. Dabei tauen die gefrorenen
Gasbestandteile auf und verflüchtigen sich in die Weiten
des Alls, wobei auch Staubpartikel von der Komtenoberfläche mitgerissen
werden. Es entsteht eine Kometenatmosphäre (Koma) mit bis hunderttausend
km Durchmesser. Je näher der Komet der Sonne kommt, desto
mehr deformiert seine Atmosphäre aufgrund des Sonnenwinds
zum bekannten Kometenschweif. Dieser ist stets der Sonne abgewandt
und kann bis zu 2 AE lang werden.
Zurecht nimmt man an, daß Kometen kleine, unverdorbene" Überbleibsel
aus der Frühzeit unseres Sonnensystems sind und sich vor etwa
4,6 Milliarden Jahren formten und sich jetzt nach und nach selbst
zerstören. Bei jeden Umlauf um die Sonne verlieren sie an
Masse mit der Folge, dass sie eines Tages entweder die Sonne stürzen,
zerbersten (wir sehen einen Meteorschauer, wenn die Erde diese
Trümmer kreuzt) oder von einem großen Planeten als Mond eingefangen
werden. Vor Jupiter und Saturn stehen hier im Verdacht, dass einige
ihrer über 40 Monde eingefangene Kometen sind. Das jüngste
Opfer Shoemaker-Levy-9 zerbrach in einer Umlaufbahn um Jupiter
und stürzte in seine Atmosphäre ab. Zur Zeit wird in
der Planetologie und Kometenforschung auch darüber diskutiert,
ob einige der bekannten Asteroiden ausgebrannte Kometen sind.
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Die Stardust-Mission
- gestartet am 7.Februar 1999 - ist die erste Mission die Kometenmaterial
mit zur Erde zurückbringen soll. Das wichtigste Ziel der Mission
ist es, Kometenstaub und Gasproben vom Kometen Wild 2
zu sammeln. Die Wissenschaftler erhoffen sich Antworten zu grundlegenden
Fragen über den Ursprung von Sonnensystemen, Planeten und sogar
die Entstehung des Lebens zu finden.
Die Sonde wird am Amfang des Jahres 2004 mit den Kometen Wild
2 zusammentreffen. Währenddessen wird die Sonde Bilder von Wild
2, Angaben über die Teilchendichte im Kometenschwarm und Echtzeit-Analysen
über die Zusammensetzung des Kometen zur Erde senden.
Das gesammelte Kometenmaterial (wenige Gramm) dagegen wird erst
etwa zwei Jahre später in einer Landekapsel auf die Erde zur genaueren
Untersuchung zurückkehren.
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Die europäische Mission ROSETTA besteht aus einem sogenannten
„Orbiter“, der den Kometen umkreisen wird, und einem Lander zur
Untersuchung von Bodenproben. Starten soll ROSETTA im Januar 2003
auf einer ARIANE-5-Rakete, bevor die Sonde im Jahr 2011 nach einer
Reise von neun Jahren den Kometen Wirtanen erreicht. Am Ziel soll
der ROSETTA-Orbiter den Kometen für etwa ein Jahr umkreisen und
Daten sammeln. Mit den ersten Ergebnissen der wissenschaftlichen
Datenauswertung rechnen die Wissenschaftler für das Jahr 2015.
Ziel der Mission ist es, Informationen über die Entstehung
unseres Sonnensystems zu erhalten, da Kometen wie kosmische Tiefkühltruhen
die Urmaterie unseres Sonnensystems konservieren. Aufgrund ihrer
geringen Schwerkraft und der Kälte des Raumes sind Kometen
zu einem zu klein für geologische Prozesse und zu anderem zu kalt
für sonstige Veränderungen. Während das Ausgangsmaterial, aus
dem sich unsere Erde und die anderen Planeten einst formten, im
Laufe von Milliarden Jahren durch chemische, geologische und biologische
Prozesse ständig verändert wurde, enthalten Kometen also diese
„Urmaterie“ in unverändertem Zustand.
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Reisen mit Meteoriten - Das irdische Leben könnte prinzipiell
seinen Ursprung auf dem Mars haben
Vor
16 Mio. Jahren schlug auf der Marsoberfläche ein Asteroid ein
und schleuderte große Mengen von Gestein ins All. Unter ihnen
war auch ein kartoffelgroßes Stück, das seine Reise durchs All
vor rund 13.000 Jahren in der Antarktis beendete. 1996 gelangte
der Meteorit ALH84001
zu spektakulärem Ruhm, als Wissenschaftler glaubten, in ihm versteinerte
Mikroorganismen gefunden zu haben. Zwar wurden die Hoffnungen
bald enttäuscht, doch ganz unmöglich scheint dies nicht zu sein.
Benjamin Weiss vom California Institute of Technology glaubt,
dass dieser Meteorit niemals wärmer als 40°C wurde. Somit
hätten Bakterien, Sporen oder Samen prinzipiell die Reise vom
Mars überleben und vielleicht sogar das Leben auf der Erde begründen
können. Weiss untersuchte den Marsbrocken unter dem Ultra-High
Resolution Scanning Superconducting Quantum Interference Device
Microscope (UHRSSM). Mit seiner Hilfe lassen sich winzige Unterschiede
in der magnetischen Orientierung einzelner Minerale untersuchen.
Infolge einer Erhitzung gleichen sich diese Unterschiede aus.
Und dies geschah im Experiment mit Gestein aus dem Meteoriten
schon bei Temperaturen ab 40 °C. Das Innere des Meteoriten,
aus dem die feinen Scheibchen für die Untersuchung stammten, war
also nach dem Asteroideneinschlag auf dem Mars niemals höheren
Temperaturen ausgesetzt. Ferner zeigen Computersimulationen, dass
seit der Entstehung beider Planeten rund eine Milliarde Tonnen
Marsgestein auf die Erde gelangte. Und mit großer Sicherheit war
es auf dem roten Planeten einst warm, feucht und sonnig.
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