Holdorfer stellen Kompetenz über Parteiinteressen


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Abgeschickt von Frank am 08 Januar, 2004 um 00:22:33:

Dr. Wolfgang Krug gibt heute Parteibuch zurück / Biestmann: "CDU muss bestimmende politische Kraft bleiben"
Holdorf (ho) - Der Wunschkandidat der Spitzen der beiden Holdorfer Parteien CDU und SPD für die Bürgermeisterwahl, Dr. Wolfgang Krug, wird heute sein Parteibuch abgeben und aus der SPD austreten. Das teilte gestern der Holdorfer CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Norbert gr. Schlarmann mit. Wie berichtet, soll Dr. Krug aus Zinnowitz im Fall einer Nominierung als Parteiloser für die CDU kandidieren.
Die Holdorfer CDU begründet ihren Schritt mit der fachlichen Kompetenz von Krug und verweist auf Parallelen zur Wahl von Gerd Muhle (CDU), die damals auch von der SPD mitgetragen wurde. Und damit, so der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Norbert gr. Schlarmann, dass die Christdemokraten in den heimischen Reihen trotz intensiver Suche keinen Bewerber gefunden haben. Was es an den zwei Bewerbern aus dem Landkreis Vechta zu bemängeln gab, bleibt im Dunkeln.
Der CDU-Kreisvorsitzende Friedhelm Biestmann betonte auf Anfrage der OV, dass es für die CDU grundsätzlich wichtig sei, für Führungspositionen wie das Amt eines Bürgermeisters Kandidaten aus den eigenen Reihen zu gewinnen: "Das ist nicht immer einfach, denn qualifizierte Leute sind nicht allzu breit gesäht." Die CDU müsse sich hier künftig verstärkt anstrengen. Allerdings: "Es geht nicht, dass jemand aus einer SPD-Position heraus für die CDU als Kandidat antritt."
Zum konkreten Fall Holdorf wolle und könne er aber keine Aussagen treffen, auch nicht zu der Frage, ob es keine qualifizierten Kandidaten aus dem Kreis Vechta gegeben habe: "Die Auswahl ist in Holdorf mit großer Mehrheit getroffen worden." Er wolle sich nun noch einmal näher informieren, so Biestmann, und es solle in der kommenden Woche im CDU-Kreisvorstand zusammen mit den Holdorfern beraten werden.
Grundsätzlich gehe er davon aus, dass die CDU-Vertreter vor Ort ein gutes Vertrauenverhältnis zu einem parteilosen Kandidaten entwickeln könnten: "Es muss aber immer deutlich bleiben, dass angesichts der vorhandenen Mehrheitsverhältnisse die CDU die bestimmende politische Kraft bleibt."
Der CDU-Fraktionsvorsitzender Norbert von Handorff räumte beim Pressegespräch am Dienstag zwar ein, dass Krugs Parteizugehörigkeit bei der CDU zunächst Bedenken ausgelöst hatte. Zumal in den Bewerbungsunterlagen die SPD-Mitgliedschaft nicht angeführt wurde.Letztlich habe die Kompetenz des Bewerbers den Ausschlag für die Auswahl gegeben.
Kompetenz bei Sachthemen wird Krug übrigens auch vom Zinnowitzer CDU-Fraktionsvorsitzenden Klaus Lorber bescheinigt. "Über Parteigrenzen hinweg", wie Lorber auf Anfrage der OV gestern sagte. Allerdings spielen die Sozialdemokraten in dem Ostseebad auf der Insel Usedom kaum eine Rolle. Es gibt gerade einmal vier SPD-Mitglieder - davon sind zwei im Rat. Das hatte wohl auch dazu geführt, Krug vor sieben Jahren über die CDU-Mehrheit für das Amt des Bürgermeisters von Zinnowitz kandidieren zu lassen. Was Krug indes nicht abhielt, für die SPD in den Kreistag einzuziehen, wo er unter anderem Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses ist.Angetan sind die Holdorfer vielmehr von den Erfolgen, die Krug in seiner Amtszeit in der rund 4000-Seelen-Gemeinde Zinnowitz vorweisen kann. Schuldenabbau und Aufbau der Infrastruktur zum Beispiel. So wurde ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut oder die in Leistungssportkreisen bundesweit bekannte Zinnowitzer Sportschule saniert.
Ob die Rechnung für die Holdorfer aufgeht, wird der 21. Januar zeigen. Dann entscheidet die CDU-Basis über den Vorschlag.


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